Lovell

James Lovell (1737-1814) kann als einer der Begründer der amerikanischen Kryptoanalyse angesehen werden. Eine von ihm Ende des 18. Jahrhunderts verwendete Chiffre stellt eine sehr einfache polyalphabetische Verschlüsselung dar, die als Geheimtext Zahlen statt Buchstaben verwendet.(

Klartext Dies ist ein geheimer Text
Schlüssel JL

Als Alphabet werden die 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets sowie für besondere Zwecke das Sonderzeichen verwendet. Die ersten beiden Buchstaben eines Schlüsselwortes legen die konkrete Verschlüsselung fest. Dazu werden zwei Alphabete einschließlich des Sonderzeichens zyklisch so verschoben, dass die beiden Schlüsselbuchstaben jeweils am Beginn stehen. Diese beiden Buchstabenfolgen werden untereinander notiert und ihnen jeweils die Zahlen von 1 bis 27 zugeordnet.

123456789101112131415161718192021222324252627
JKLMNOPQRSTUVWXYZ&ABCDEFGHI
LMNOPQRSTUVWXYZ&ABCDEFGHIJK

Für die Verschlüsselung des ersten Klartextbuchstabens D sucht man diesen Buchstaben in der oberen Buchstabenzeile und ordnet ihm die oben stehende Zahl 22 zu. Beim zweiten Buchstaben I wird die untere Zeile für die Verschlüsselung gewählt, sodass diesem Buchstaben die Zahl 25 zugeordnet wird. So fährt man alternierend mit allen Buchstaben des Klartextes fort.

DIESISTEINGEHEIMERTEXT
22252382781121273252126212722371121159

Es hat sich allerdings herausgestellt, dass der ständige Wechsel der Zeilen sehr fehleranfällig war. Außerdem kam es bei den aufeinanderfolgenden Zahlen häufig zu Mehrdeutigkeiten, da die Zwischenräume nicht immer deutlich zu erkennen waren.

Variante ???

Um das Problem mit den nicht unterscheidbaren Zahlen zu beseitigen, hat Lovell auch eine Variante benutzt, die Buchstaben als Geheimtextzeichen verwendet. Dazu wird bei den Klartextbuchstaben aus den alternierenden einfach der Buchstabe aus der anderen Zeile benutzt. Damit ähnelt dieses abgewandelte Verfahren aber den Chiffren von Belaso und ist damit noch schwächer als die Variante mit den Zahlen.

Woher ???