Playfair 6x6

Eines der bekanntesten manuellen Verschlüsselungsverfahren ist das Playfair-Verfahren. Andreas Figl hat 1926 ein modifiziertes Verfahren mit einem Quadrat der Größe 6x6 vorgestellt, bei dem neben den 26 Buchstaben auch die Ziffern von 0 bis 9 verwendet werden. Neben der besonderen Größe des Playfair-Quadrates zeichnet sich seine Chiffre dadurch aus, dass die zehn Ziffern sehr gut mit den Buchstaben des Alphabets gemischt werden.

Klartext Dies ist ein geheimer Text
Schlüssel ANDREASFIGL F

Im ersten Schritt wird mit dem Schlüsselwort ein gemischtes Alphabet erstellt. Die Ziffern hängt er aber nicht einfach an diese Buchstabenfolge an, sondern fügt sie der Reihe an ganz bestimmten Stellen ein. Die erste Ziffer 0 platziert er unmittelbar hinter dem Startbuchstaben F, der in diesem Beispiel als zweiter Schlüssel festgelegt ist. Die weiteren neun Ziffern werden anschließend hinter den Buchstaben eingefügt, die alphabetisch auf den Startbuchstaben folgen. In diesem Fall schließen sich die weiteren Ziffern 1 bis 9 also unmittelbar an die Buchstaben FGHIJKLMNO an.

ANDRESFIGLBCHJKMOPQTUVWXYZ
AN DRESF I G L BCH J K M O PQTUVWXYZ
AN8DRESF0I3G1L6BCH2J4K5M7O9PQTUVWXYZ

Diese Folge aus Buchstaben und Ziffern wird horizontal in das Playfair-Quadrat eingetragen.

AN8DRE
SF0I3G
1L6BCH
2J4K5M
7O9PQT
UVWXY Z

Abschließend kann der Klartext mit den Regeln des normalen Playfair-Verfahrens verschlüsselt werden.

DI ES IS TE IN GE HE IM ER TE XT
IB AG 3F ZG FD HG MG GK AE ZG ZP

Die erhaltenen Bigramme bilden dann den Geheimtext.

Geheimtext IBAG3 FZGFD HGMGG KAEZG ZP

Variante 1

Um die Zeichenfolge von Buchstaben und Ziffern noch stärker zu durchmischen, schlägt Figl eine Variante vor.

Klartext Dies ist ein geheimer Text
Schlüssel FIGLVARIANTE A

Wie bei dem vorherigen Verfahren werden die Ziffern wieder unmittelbar hinter den Buchstaben des gemischten Alphabets eingefügt, die auf den Startbuchstaben A folgen.

FIGLVARNTEBCDHJKMOPQSUWXYZ
F I G LVA RNTE B C D H J KMOPQSUWXYZ
F5I8G6LVA0RNTE4B1C2D3H7J9KMOPQSUWXYZ

Da die Ziffern allerdings noch nicht besonders gut durchmischt sind, werden die Buchstaben und Ziffern zunächst horizontal in eine Tabelle geschrieben, deren Breite durch die Anzahl der unterschiedlichen Buchstaben im Schlüssel einschließlich eventuell zugehöriger Ziffern bestimmt ist. In diesem Beispiel sind dies zehn unterschiedliche Buchstaben und fünf zugehörige Ziffern. Somit besitzt diese Hilfstabelle 15 Spalten.

F5I8G6LVA0RNTE4
B1C2D3H7J9KMOPQ
SUWXYZ

Diese Tabelle wird vertikal ausgelesen und die Zeichen horizontal in das eigentliche Playfair-Quadrat eingetragen.

FBS51U
ICW82X
GDY63Z
LHV7AJ
09RKNM
TOEP4Q

Mit diesem Quadrat wird die eigentliche Playfair-Verschlüsselung durchgeführt.

DI ES IS TE IN GE HE IM ER TE XT
GC SW WF OP 20 YT VO X0 SE OP IQ

Der Geheimtext wird abschließend aus den erhaltenen Bigrammen gebildet.

Geheimtext GCSWW FOP20 YTVOX 0SEOP IQ

Variante 2

Eine zweite Variante von Figl verläuft prinzipiell wie die erste Variante. Allerdings ändert sich der Zeitpunkt, an dem die Ziffern in das gemischte Alphabet eingefügt werden.

Klartext Dies ist ein geheimer Text
Schlüssel VARIANTEZWEI V

Mit dem Schlüsselwort wird zunächst ein gemischtes Alphabet erzeugt und horizontal in eine Hilfstabelle eingetragen. Die Breite dieser Tabelle wird durch die Anzahl der unterschiedlichen Buchstaben im Schlüssel festgelegt, in diesem Beispiel also neun.

VARINTEZW
BCDFGHJKL
MOPQSUXY

Diese Hilfstabelle wird wieder vertikal ausgelesen und die Inhalte horizontal in das Playfair-Quadrat eingetragen. Erst in diesem Schritt werden die zehn Ziffern direkt hinter den zugeordneten Buchstaben platziert.

V0B6MA
5C7ORD
8PIFQN
GSTHUE
9JX2Z4
KY3W1L

Mit diesem Quadrat kann nun verschlüsselt werden

DI ES IS TE IN GE HE IM ER TE XT
7N GT PT HG F8 SG UG QB UD HG 3X

und man erhält abschließend den Geheimtext.

Geheimtext 7NGTP THGF8 SGUGQ BUDHG 3X