Ein ausgefallenes Verfahren verschlüsselt einen Klartext mithilfe eines Mühlebrettes. Das zu benutzende Alphabet enthält 24 Buchstaben, sodass etwa J durch I und Y durch X ersetzt werden müssen. Die Buchstaben des Klartextes werden mit einem festgelegten Schlüssel auf einem Mühlebrett angeordnet. Dabei sind die 24 Positionen durch 20 Linien verbunden, die jeweils drei Positionen miteinander verbinden.

Für die Verschlüsselung gelten folgende Regeln:
Der Buchstabe L in der rechten oberen Ecke wird also durch AO verschlüsselt und A in der linken oberen Ecke durch LO. Ungültig ist dagegen die Verschlüsselung von A durch OL, da sich dieser Buchstabe nicht als Endpunkt auf der Linie befindet, wenn man sich vom ersten angegebenen Buchstaben O zum zweiten Buchstaben L bewegt.
Insgesamt kann der Buchstabe A in der linken oberen Ecke damit durch drei mögliche Buchstabenpaare verschlüsselt werden.
| LO ⟶ A |
| UI ⟶ A |
| CN ⟶ A |
Nach Regel 2 existieren für einige Buchstaben, die sich in der Mitte von zwei Linien befinden, sogar vier Möglichkeiten. Dieser Fall tritt etwa bei dem Buchstaben V auf der linken Seite auf,
| ND ⟶ V |
| DN ⟶ V |
| IR ⟶ V |
| RI ⟶ V |
Es kann aber auch zu vier Möglichkeiten der Verschlüsselung eines Klartextbuchstaben kommen, wenn sich dieser in der Mitte einer Linie und am Rand von zwei anderen Linien befindet. Dies trifft etwa auf den Buchstaben H zu, der sich rechts oben auf dem Mühlebrett befindet und bei dem beide Regeln angewendet werden können.
| SL ⟶ H |
| LS ⟶ H |
| IK ⟶ H |
| GW ⟶ H |
Soll etwa der nachfolgende Klartext verschlüsselt werden,
| Klartext | Dies ist ein geheimer Text |
| Schlüssel | AOLIKHUPSNVDTWMBXERFGCZQ 4 |
ergeben sich mit dem Mühlebrett beispielsweise folgende Zuordnungen, die jeweils zufällig aus den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausgewählt wurden.
| D | I | E | S | I | S | T | E | I | N | G | E | H | E | I | M | E | R | T | E | X | T |
| BU | KH | TS | ET | UA | UP | WM | XB | KH | VD | FR | TS | SL | XB | VR | LQ | QG | FG | SE | TS | BE | WM |
Dieses Zwischenergebnis wird zusätzlich fragmentiert, indem der gesamte Text in vier oder sechs gleich lange Zeilen unterteilt wird, was durch einen zweiten Schlüssel festgelegt wird. Die erhaltenen Buchstabenpaare werden jeweils so lange untereinander platziert, bis die berechnete Zeilenlänge erreicht ist. Danach fährt man mit zwei neuen Zeilen fort.
In diesem Beispiel umfasst der Zwischentext 44 Buchstaben, sodass eine Aufteilung der Buchstabenpaare in vier Zeilen mit jeweils elf Buchstaben vorgenommen werden kann.
| B K T E U U W X K V F |
| U H S T A P M B H D R |
| T S X V L Q F S T B W |
| S L B R Q G G E S E M |
Den Geheimtext erhält man abschließend, indem man die Buchstaben der Zeilen von oben nach unten hintereinander notiert und in Gruppen mit jeweils fünf Buchstaben aufgeteilt wird.
| Geheimtext | BKTEU UWXKV FUHST APMBH DRTSX VLQFS TBWSL BRQGG ESEM/td> |
Um die Zeilen alle gleich lang zu gestalten oder eine unbefugte Entschlüsselung zu erschweren, können an beliebigen Stellen des Zwischentextes Blender eingefügt werden. Hierunter versteht man Buchstabenpaare, die keine Buchstaben nach den beiden Regeln verschlüsseln. Sie werden vom richtigen Empfänger beim Entschlüsseln erkannt und übergangen.
Es ist auch denkbar, bestimmte Buchstabenpaare als Markierung für ein Zeilenende zu bestimmen, sodass auf den zweiten Schlüssel verzichtet werden kann.